AST AUF STROMLEITUNG

Alarmierung: 27.05.2009 | 07:31:00 Uhr
Alarmstufe:

4 - THL klein

Einsatzort:

Eichwaldstraße

Alarmierte Einheiten:
> Hausalarm
Eingesetzte Fahrzeuge:
> Drehleiter mit Korb (Florian Lindau 1/30/1)

Noch immer regnet es Baumkronen

LINDAU - Einen Tag nach dem Unwetter steht fest, dass alles glimpflich abgelaufen ist. Nach einer ersten Bilanz über die Schäden ist klar, dass die Aufräum- und Reperaturarbeiten noch Wochen dauern werden. Noch immer sind einige Bereiche vor allem in städtischen Parks und Gärten gesperrt.

Gestern wurde allenthalben aufgeräumt. Die Trupps von Stadtgärtnerei und den verschiedenen Bauhöfen waren unterwegs und haben erstens gesichert. Das heißt, gefährdete Bereiche oder Wege abgesperrt. Zweitens gesichtet, also geschaut, welche Bäume was abgekriegt haben, wo noch lockere Äste in den Kronen hängen, ob einzelne Bäume gar noch umzufallen drohen. Und drittens aufgeräumt. Den ganzen Tag etwa waren zwei Teams der Stadtgärtnerei auf dem Bahndamm unterwegs, haben abgerissene Äste aus dem Kleinen See gezogen, mit Hebebühne und Motorsägen die kaputten Äste abgesägt, kleingeschnitten und abtransportiert. Allein auf dem Bahndamm kam mehr als genug Bruchholz zusammen, um ein mittleres Mehrfamilienhaus über den Winter zu bringen.

Aber dennoch gilt auch einen Tag danach, was sich am Dienstagabend schon abzeichnete: Der bayerische Bodensee ist bei dem Unwetter glimpflich davon gekommen. Zwar waren einige Straßen ein paar Stunden gesperrt, zwar fielen ein paar Züge wegen Bäumen auf den Gleisen aus, zwar waren einige zig Haushalte in Achberg ein paar Stunden ohne Strom, – aber das öffentliche Leben ging dennoch weitgehend wie gewohnt weiter, es gab zumindest keine größeren Staus, Aufregung oder gar Panik.

Die Bilanz sieht so aus: Das Rohrach (B 308 zwischen Scheidegg und Sigmarszell) war zwei Stunden lang wegen umgefallener Bäume dicht. Ebenso die Bahnstrecken zwischen Hergatz und Lindau sowie zwischen Lindau und Bregenz. In Lindau und in Bodolz wurde je ein Auto von einem stürzenden Baum getroffen, allerdings ohne größere Schäden. Der Baum, der in den Anbau des Hotel Lipprandt in Wasserburg eingeschlagen ist, ist mittlerweile entfernt, und der Hotelbetrieb geht wie gewohnt weiter.

Im gesamten Wald am See, so Förster Christian Müller, hat es jede Menge Bäume umgeschmissen. Betroffen sind zum einen Nadelhölzer, die ohnehin schon in schlechtem Zustand waren, zum anderen Laubbäume, die dem Wind wegen der dicht begrünten Kronen besonders großen Widerstand geboten haben. Es gab aber glücklicherweise keine Flächenschäden. Müller appelliert jetzt an die Waldbesitzer, das beschädigte Holz möglichst schnell wegzuschneiden und abzutransportieren, um Sekundärschäden durch Insektenbefall zu verhindern. Die Kinder des Waldkindergartens blieben gestern und werden in den nächsten Tagen erstmal außerhalb des Waldes auf Wiesen bleiben, um kein Risiko einzugehen. Und die Seemeisterei wird ab heute im bayerischen Teil des Sees unterwegs sein, um etwa 600 bis 700 Kubikmeter Treibholz einzusammeln, die sturmbedingt in den See geschwemmt wurden.

Bäume in der Leiblach

Im Stadtbereich wurden noch am Dienstagabend jene Bäume weggeräumt, die für größere Behinderungen etwa auf den Straßen gesorgt hatten. Aber auch in die Leiblach waren im Bereich der Waldschenke etwa zehn Bäume gestürzt, was zu Aufstauungen und zur Überflutungsgefahr auf österreichischer Seite führte. Weshalb Seemeister Ludwig Reinhardt mit Kollegen bis 10 Uhr abends im Einsatz war, um das Flussbett wieder zu säubern.

Gestern ging es in Lindau dann zweigleisig weiter. Vielbefahrene Wege wie etwa der Bahndamm wurden gesäubert. Heruntergefallene Äste wurden weggeräumt, und hängende Äste oder Baumkronen, die runterzufallen drohten, wurden abgesägt. Neben dem Bahndamm war das im Lindenhofpark und im Eichwaldbad der Fall. Und die Gebiete, wo noch keine Zeit und Gelegenheit zum Säubern war, blieben gesperrt. Auf der Insel waren das die Römerschanze und der Schützinger Weg (zwischen Hafen und Hinterer Insel), auf dem Festland der Wäsenuferweg, der Zugang zur Reutiner Bucht sowie einige Teile von Lindenhofpark und -bad.

Alles in allem musste Stadtgärtnermeister Meinrad Gfall seine Schätzung vom Dienstagabend, dass eine Minute Sturm zehn Tage Arbeit macht, nach oben korrigieren.Es wird wohl bis weit in den Sommer dauern, bis alle Sturmschäden beseitigt sind. Und im Herbst dann schon wieder, wenn Neupflanzungen für die jetzt gefallenen Bäume anstehen.
Quelle:

Lindauer Zeitung, 28.05.2009


WIR BRAUCHEN DICH!

Derzeit keine Termine