In den Ferienzeiten und an Wochenenden, wo viele Tagestouristen nach Lindau kommen und sich die Einwohnerzahl von ca. 25.000 nahezu verdoppelt, kann es zu Engpässen in der Erstversorgung kommen, wenn der reguläre Rettungsdienst bereits bei einem Notfall gebunden ist. Um dieses so genannte "Versorgungsfrei-Intervall", bis zum Eintreffen des nächsten freien Rettungsmittels aus Bregenz oder Tettnang zu überbrücken, ist die First Responder Gruppe im Jahr 2005 gegründet worden.
Ein First Responder kann als sinnvolle Ergänzung der Rettungskette den regulären Rettungsdienst zwar nicht ersetzen, aber im Sinne des Patienten unterstützen. Unter der Trägerschaft der Freiwilligen Feuerwehr Lindau ist ein starkes Team aus ehrenamtlichen Mitgliedern von BRK und Feuerwehr in dieser Gruppe aktiv. Ein Dienst dauert in der Regel 12 Stunden und beginnt oder endet jeweils um 6 bzw. 18 Uhr. Der Diensthabende First Responder übernimmt zu Dienstbeginn das Einsatzfahrzeug und hat dieses dann während der gesamten Dienstzeit bei sich zu Hause stehen, damit keine zusätzliche Zeit verloren geht. Das heißt aber auch, dass der Dienst-habende First Responder zu jeder Zeit einsatzbereit sein muss. Im ersten Jahr hat das Team insgesamt über 90 Notfalleinsätze, von kleinen oder auch größeren Wunden, über internistischen Notfällen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt bis hin zu schweren Verkehrsunfällen abgearbeitet.
Die Alarmierung des First Responder Lindau wird im Bedarfsfall über die Rettungsleitstelle in Kempten, Tel: 19222 veranlasst. Unsere Mitglieder, welche mindestens eine Sanitätsgrundausbildung absolviert haben, werden durch regelmäßige Fortbildungen ständig auf dem neuesten medizinischen Wissensstand gehalten. Zudem sind regelmäßige Praktika im Rettungsdienst unabdingbar. Die Fahrzeuge, sowie die verladene Ausrüstung sind zum größten Teil über Spenden finanziert, daher entstehen weder für unsere Patienten noch für deren Krankenkassen zusätzliche Kosten. Eine Erstversorgung durch den First Responder ist kostenlos. Als Grundausrüstung führen wir ständig einen AED (automatisierter externer Defibrillator) zur Bekämpfung des plötzlichen Herztodes, O2 Medizinischen Sauerstoff, Pulsoximeter zur Messung der Sauerstoffsättigung im Blut, Blutzucker- und Blutdruck-Messgerät, sowie Verbandmaterialien und weiteres Medizinisches Gerät mit.
Als Einsatzfahrzeug wird seit Juli 2006 ein Nissan XTRAIL Allrad, der von einem in Lindau wohnenden Unternehmer gespendet wurde eingesetzt. Der vom Lions-Club gespendete smart, der im ersten Jahr als Primärfahrzeug verwendet wurde, kommt weiterhin als Zweit- und Reservefahrzeug zum Einsatz. Abschließend möchten wir uns bei den Hauptsponsoren Bedanken, ohne deren finanzielle Unterstützung die Gruppe längst nicht so gut ausgestattet wäre, wie sie es jetzt ist: Lions Club Lindau, Daimler Chrysler AG, OBI Lindau, Fischer Recycling Lindau, Telecom - Maienschein, Fa. Aweco, ein in Lindau wohnender Unternehmer, einige Bürger der Stadt Lindau und weiteren Spendern.
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